15. Internationaler Tag der Muttersprache

15. Internationaler Tag der Muttersprache

Seit dem Jahr 2000 erinnert die UNESCO am 21. Februar an die kulturelle Bedeutung und Vielfalt lokaler Sprachen.

Österreich ist ein migrationsstarkes Land und das bringt kulturelle Unterschiede und sprachliche Barrieren mit sich, welche im Migrationsprozess zu Problemen führen können. Es kommt zu Sprachvermischung wie dem Code-Switching und Code-Mixing, die laut UNESCO ein Grund für den Rückgang der Sprachenvielfalt sein kann.

In Österreich zählt die burgenlandkroatische Sprache mit 30 000 Sprechern zu den gefährdeten Sprachen und in Kroatien sind auf dem UNESCO-Weltatlas für bedrohte Sprachen sogar drei gefährdete und eine lange ausgestorbene Sprache verzeichnet: Istriotische Sprache mit 400 Sprechern im südwesten Istriens, istrorumänische Sprache mit 300 Sprechern, die in einigen Dörfern im Gebirgsland im Nordosten Istriens leben, Arbanasi mit 500 Sprechern in Zadar und die dalmatische Sprache deren letzter Sprecher, Antonio Udina (†1898) war.

Um den Erhalt der Sprachenvielfalt zu sichern ist eine intensive Auseinandersetzung mit Sprache wichtig und dabei spielt die Sprachforschung eine wichtige Rolle. In Österreich liegt der Fokus besonders auf der Spracherwerbsforschung Bi- und Multilingualer Sprecher, welche Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen das Erlernen der deutschen Sprache erleichtern soll. Die Ergebnisse dieser Forschungen helfen Sprachwissenschaftlern und Pädagogen in Schulen und Deutschkursen Deutsch richtig zu lehren, um so eine bessere Integration zu ermöglichen. In Wien wird z.B. in migrationsstarken Bezirken der Deutschkurs „Mama lernt Deutsch“ angeboten. Bei diesem Deutschkurs wird der Unterricht  den Bedürfnissen der Lernenden angepasst und auch Kinderbetreuung angeboten die den Müttern das ungestörte lernen ermöglichen soll. Es ist allerdings wichtig, dass die Sprecher sich nicht für ihre Muttersprache schämen und diese außen vor lassen, denn so kann es passieren das eine Sprache in Vergessenheit gerät.

Der Internationale Tag der Muttersprache hält dazu an sich mit den Problemen des erfolgreichen Migrationsprozesses auseinanderzusetzen, jedoch darüber hinaus die eigene Muttersprache nicht zu vergessen.

Marina Knežević / kroativ.at

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