Sechs Inseln mit dem Segelboot entdecken

Sechs Inseln mit dem Segelboot entdecken

Tauchen Sie mit mir ein in die spannende Welt des Segelns und begleiten Sie uns auf einem einwöchigen Segeltörn in der kroatischen Adria. Wir starten in der Marina in Sukošan und werden auf unserer Reise sechs Inseln und ihre Schönheit entdecken!

Samstag: Sukošan – Muline (Ugljan)

Unser Segeltörn beginnt in der Marina in Sukošan mit der Übernahme des Segelbootes. Wir haben uns für eine Bavaria 36 entschieden, eine moderne Segeljacht mit einer Gesamtlänge von etwas mehr als 11 Metern. Auf ihr haben sechs Personen bequem Platz zum Schlafen. Nachdem die nötigen Einkäufe gemacht worden sind, geht es auch schon los zu unserem ersten Tagesziel: dem Ort Muline auf der Insel Ugljan. In der Bucht gibt es Anlegeplätze für Boote an einer Mole und auch die Möglichkeit Wasser und Strom zu tanken. Nachdem wir etwas geschwommen sind, begeben wir uns in das kleine Restaurant an Land und genießen unseren ersten Abend an Bord. Der Kellner gibt uns Auskunft über einen kleinen Laden in der Nähe, bei dem wir am nächsten Morgen frisches Brot kaufen. Nach dem Essen spazieren wir noch durch den kleinen Fischerort, in dem nur etwa 350 Menschen leben. Wir sind beeindruckt, wie friedlich und ruhig es ist.

Sonntag: Muline – Veli Rat (Dugi Otok)

Am nächsten Morgen brechen wir nach dem Broteinkauf sofort los. Auf dem Weg zu unserem nächsten Ziel steht der Wind gut, sodass wir einen großen Teil der Strecke segeln können. Erst als wir uns Dugi Otok und unserem nächsten Zielort, Veli Rat, nähern, müssen wir mit dem Motor weiter fahren, weil der Wind zu schwach ist. Wir ankern in der Bucht Pantera, die direkt bei Veli Rat liegt und befestigen uns an einer Boje, die mit einem Seil (einem Muring) mit dem Land verbunden ist und uns so einen sicheren Platz für die Nacht sichert. Wir haben uns bewusst für diesen Ort entschieden, weil es hier einen der schönsten Leuchttürme der Adria gibt: den Leuchtturm Veli Rat. Bei unserem Spaziergang zu dem aus Stein gebauten Leuchtturm erfahren wir vom Leuchtturmwärter, dass der Turm 1849 erbaut worden ist und zwei Ferienwohnungen für Gäste zur Verfügung stellt. Wir sind begeistert über diese romantische Unterkunftsmöglichkeit! Über eine Wendeltreppe gelangen wir an die Spitze des 40 Meter hohen Leuchtturmes. Das erste was uns den Atem raubt, ist der starke Wind, der uns die Haare ins Gesicht weht (denen von uns, die lange Haare haben). Das zweite ist die wortwörtlich „atemberaubende“ Sicht: Tiefblaues Meer trifft auf dunkelgrünen Pinienwald und nur ein schmaler Streifen weißer Kies trennt die beiden Elemente voneinander. Unzählige Fotos werden geschossen und nur widerwillig lösen wir uns von dem Anblick und begeben uns zurück auf unser Segelboot. Unsere Gedanken kreisen um die Weite des Meeres, die von oben gesehen noch viel intensiver erscheint.

Montag: Veli Rat – Premuda

Am nächsten  Morgen fahren wir wieder früh los, da wir eine weite Strecke vor uns haben. Wir passieren die Insel Molat, zu der wir auf dieser Reise noch einen Abstecher machen werden. Die Inseln Ist und Škarda lassen wir ebenfalls „Steuerbord“ (rechts von der Fahrtrichtung aus gesehen) liegen. Wir gelangen zur Insel Premuda und ankern in der gleichnamigen unbewohnten Bucht. Vom Land her können uns also keine Geräusche stören, doch wir haben das Pech, dass auf einer benachbarten Jacht laute Musik gespielt wird. Glücklicherweise wird Verständnis für die anderen ankernden Boote gezeigt und die Musik pünktlich zur Schlafenszeit abgedreht. Mit einem Gläschen Wein sitzen wir noch im Cockpit und beobachten die Sterne. Nirgends sonst sieht man die so gut wie in einer unbewohnten dunklen Bucht. Fasziniert suchen wir bekannte Sternenbilder am Nachhimmel und freuen uns, wenn wir den großen und kleinen Wagen entdecken. Der Mond ist unser einziger Lichtspender.

Dienstag: Premuda – Olib

Heute schlafen wir etwas länger, da unsere nächste Etappe nicht so weit entfernt liegt. Nach dem Frühstück schwimmen wir im Meer und lassen uns noch an Deck des Bootes sonnen. Im Vergleich zu überfüllten Stränden ist das Deck eines Segelbootes ein Luxusplatz zum Sonnenbaden. Nach einer weiteren Tasse Kaffee geht es auch schon wieder weiter. Gerade richtig, denn der Himmel hat sich plötzlich verdunkelt und der Wind hat das ruhige Meer aufgewühlt. Wir setzen die Segel, bald darauf beginnt es zu regnen. Gut, dass wir für solche Fälle Regenjacken mitgenommen haben. Bei unserem nächsten Ziel, der Insel Olib, befestigen wir uns an der Mole im gleichnamigen Ort Olib. Wir haben Glück, dass wir noch einen Platz gefunden haben, denn bald füllt sich der kleine Hafen und auch die Strom- und Wasserstellen sind schnell alle besetzt. Da es noch immer regnet, flüchten wir nach einem kurzen Versuch spazieren zu gehen in eines der drei Restaurants, die sich in Hafennähe befinden und trösten uns mit einem guten Essen über das schlechte Wetter hinweg. Laut Wetterbericht soll es morgen wieder sonnig werden. Am Abend ist es wieder trocken, sodass wir einen zweiten Spazierversuch wagen und endlich die architektonischen Gegensätze Olibs begutachten können. Mittelalterliche Ruinen stehen direkt neben Neubauten, die meist nur im Sommer bewohnt werden. Durchgehende Einwohner gibt es nur 150!

Mittwoch: Olib – Molat

Wie versprochen, ist unser nächstes Ziel die Insel und das gleichnamige Städtchen Molat. Da wir die Nacht zuvor an einer Mole gelegen sind, entscheiden wir uns heute zu ankern. Die Sonne ist wieder hervorgekommen, jedoch ist der Wind ausgeblieben, sodass wir den ganzen Weg nur mit dem Motor gefahren sind. An Land befindet sich eine Bäckerei, was wir sehr willkommen heißen. Am Nachmittag wird wieder ein Spaziergang unternommen, damit wir uns die Füße etwas vertreten. Auf einem Segelboot ist zwar immer etwas zu tun, doch trotzdem hat man das starke Bedürfnis mehr zu gehen. Cirka 20 Minuten von der Bucht entfernt im Inselinneren liegt der Ort Molat. Die meisten Häuser sind Apartments. Feste Einwohner gibt es wieder nur sehr wenige, ungefähr 250. Doch wie auch in Muline auf der Insel Ugljan sind wir von der Ruhe, die im Ort herrscht, überwältigt. Hier kann man dem Alltagsstress sicher entkommen.

Donnerstag: Molat – Dumbočica (Sestrunj)

Unser letztes Ziel, bevor wir wieder nach Sukošan zurückkehren, ist die Insel Sestrunj. Als Abschluss unserer Reise, bevor es wieder in die Zivilisation geht, haben wir uns wieder eine einsame Bucht, Dumbočica, ausgesucht. Innerlich verabschieden wir uns schon langsam von dem Meer, der Sonne und dem Wind und lassen all unsere Erlebnisse Revue passieren.

Freitag: Dumbočica – Sukošan

Unsere Reise geht zu Ende! Wieder stehen wir früh auf, weil uns heute eine der längsten Fahrten bevorsteht. Doch wir genießen sie in vollen Zügen und kommen glücklich, aber auch ein bisschen traurig, in die Marina von Sukošan zurück. Von Weitem scheint das Meer zu rufen: „Geht nicht! Kommt zurück!“ Und wenn das Meer uns verstehen würde, würden wir antworten: „Das werden wir!“

Tina Čakara / kroativ.at | foto: www.dugiotok.hr

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